Nicht nur das jüngste Urteil des europäischen Gerichtshofes verdeutlicht die absolut markt-dominierende Stellung der Suchmaschine aus Palo Alto, Kalifornien. Seit Jahren hat Google mit gut 90% im deutschsprachigen Raum die Nase vorn, wenn es um die Suche nach Informationen im Web geht. Microsofts Bing kommt noch auf etwa 7-10% – hier gibt es noch leichte Unterschiede betrachtet man Deutschland und Österreich im Vergleich.

suchmaschinen-marktanteile

Quelle: https://seo-summary.de/suchmaschinen/

Ganz witzig an dieser Stelle finde ich, dass es eine Art Promotion Programm von Bing gibt, das für ein höheres User Engagement sorgen soll. Dabei können User Punkte sammeln, die dann im Microsoft Store oder etwa dem Xbox-Live System genutzt werden können. Nach den beiden Großen ist maximal noch Yahoo zu erwähnen, aber von Relevanz kann man hier nicht wirklich sprechen denke ich.

Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Use Cases

Die oben genannten haben eine Sache gemeinsam: Sie helfen uns schneller Informationen zu finden und neue Inhalte zu entdecken. Darüber hinaus bieten alle unterschiedliche Funktionen – auch da ist Google mit Diensten wie Shopping, News, MyBusiness, Maps, Bildersuche, Hotel- und Flugbuchungen und bald auch Jobs federführend. Unterschiede finden wir letztlich vor allem in den Suchergebnissen, da A) die zugrunde liegenden Algorithmen unterschiedlich funktionieren und B) jeder Algorithmus, der im weitesten Sinne Machine Learning einsetzt sich mit der Zeit weiterentwickeln wird. Hier spielen die Anzahl der Nutzer und ausgeführten Suchanfragen eine große Rolle – klar, wer mehr Leute beobachten und analysieren kann, wird auch bessere Aussagen über die breite Maßen machen können.

So wie wir Unterschiede in der Fülle unterschiedlicher Arten von Suchergebnissen und den Ergebnissen an sich finden, haben alle genannten Kandidaten eine Gemeinsamkeit – monetarisiert werden alle über Werbemöglichkeiten. Auch hier gibt es wieder ein paar kleinere Details, in denen die Modelle nicht identisch sind, den grundlegenden Ansatz Anzeigenplätze zu verkaufen teilen sie sich jedoch.
„Das ist doch kalter Kaffee?!“ denkt ihr – schon, irgendwie. Allerdings finde ich es spannend zu beobachten, dass es doch viele Nutzer gibt, die auf Alternativen zu Google setzen, da sie z.B. der Datensammelwut des Großkonzerns entgehen oder durch das eigene Suchverhalten nachhaltigere Geschäftskonzepte unterstützen möchten. Bevor ich zu dem Punkt komme, warum ich – obwohl ich mich selbst als „Google-Fanboy“ 🙂 bezeichnen würde – die Alternativen tatsächlich spannend finde, hier mal eine Übersicht über die größeren alternativen Suchmaschinen, die ich auf dem Schirm habe:
Oplayo Beratung

Qwant – „die Private“

https://www.qwant.com/
35.3 Millionen Vistis (lt. Similar Web)

qwant

Auf die Fahnen schreibt sich der französische Dienst Qwant „Sicherheit, Privatsphäre und kein Tracking“. Ermöglicht werden soll dies durch das Verhindern von Cookies. Wer sich schon einmal ein wenig mit verschiedenen Arten von Cookies beschäftigt hat weiß, dass es schwierig ist alle unterschiedlichen Ebenen zu durchforsten, da Cookies in verschiedene Kategorien sortiert werden. Wie gut Qwant den Job erledigt, ist von Außen nicht ganz einfach zu prüfen. Suchanfragen werden direkt anonymisiert und von IP-Adresse des Nutzers getrennt, damit keine Profile erzeugt werden können.

Startpage – „das Google ohne Tracking“(?)

https://www.startpage.com/deu/
65.4 Millionen Visits (lt. Similar Web)

startpage

Startpage nutzt den Google Algorithmus – daher erscheinen hier auch Google AdWords Anzeigen. Was die Privatsphäre angeht, soll Startpage ein ähnliches Verfahren wie Qwant nutzen – zum Verhindern von Tracking Cookies. Fraglich ist bei Startpage für mich, in wie weit das in Bezug auf AdWords Anzeigen funktioniert. Diese übermitteln natürlich die Herkunft das Users und tauchen „ganz normal“ im AdWords Konto des Werbetreibenden auf. Für das „normale“ Browsen gibt es die Möglichkeit Seiten über einen Proxy anonym aufzurufen. Dabei wird die ansonsten häufig folgende personalisierte Werbung von aufgerufenen Seiten unterbunden.

Ecosia – „die Umweltfreundliche“

https://www.ecosia.org/
68.6 Millionen Visits (lt. Similar Web)

ecosia

Ecosia hat eigenen Angaben nach rund 5 Millionen aktive Nutzer. Mit deren Suchanfragen wurden mittlerweile über 10 Millionen Bäume gepflanzt. Wie? Ecosia setzt einen Teil der durch Werbeanzeigen generierten Gewinne ein, um eben diese zu pflanzen. Eine transparente Übersicht über die Aktivitäten und das Vorgehen finden Sie hier : https://info.ecosia.org/what/

Was das Ganze für Werbetreibende bedeutet?

Eure Zielgruppen sind divers und speziell. Vielleicht seid ihr selbst „alternativ“ oder ein Social Business. Vielleicht engagiert ihr euch für Umweltschutz. Die Wahrscheinlichkeit ist dann hoch, dass eure User z.B. Ecosia als Standardsuchmaschine einsetzen und eher selten über Google eine Websuche beginnen. Eine nette Facette macht diesen Umstand für Marketingzwecke einfach nutzbar. Keiner der drei genannten Alternativen hat ein eigenes Werbenetzwerk aufgebaut. Startpage spielt AdWords Anzeigen aus, die anderen beiden kooperieren mit Microsofts Bing. Das heißt, dass Sie für die Präsenz auf Startpage de facto gar nichts tun müssen, außer in Ihren Kampagnen das Häckchen bei „Partner von Google einbeziehen“ zu setzen.

Um die klaren Zielgruppen von Qwant und Ecosia ansprechen zu können, benötigen Sie entsprechend ein Bing Ads Konto. Das Spiegeln Ihrer AdWords Kampagnen in das Konkurrenzsystem ist relativ leicht umsetzbar und ermöglicht Ihnen das Erschließen von weiteren 10% des Suchmarktes. Vielleicht sind die Erfolge hier sogar größer als über „das Große G“, sollten sich Ihre Kunden etwa genau für die oben genannten Themen und Features der Google Alternativen interessieren.

Ein netter Nebeneffekt: Dadurch, dass Bing weniger frequentiert von Advertisern genutzt wird, liegen die Klickpreise hier häufig etwas unter denen im AdWords System. Ihre Erfahrungen mit AdWords-Werbung lassen sich auf Grund der sehr analogen Mechaniken zusätzlich weitestgehend übertragen. Sollten Sie über eine Migration Ihrer Kampagnen von AdWords in ein Bing Ads Konto nachdenken, sprechen Sie uns gerne an!

Bis dahin fröhliches Suchen & Finden!

Workshop
Bei der Auswahl eines SEO & Web Dienstleisters oder einer Online-Marketing Agentur oder Online-PR-Services, achten Sie zumindest auf diese Auszeichnungen:

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