Analysen und Auswertungen spielen im SEO-Alltag eine große Rolle. Das liegt oft vor allem daran, dass Website-Betreiber bzw. Verantwortliche im typischen KMU-Unternehmen selbst wenig Know-How und/oder wenig Zeit haben, sich tiefgehend mit dem eigenen Webauftritt zu beschäftigen. Einige sind sich u.U. auch gar nicht über die Bedeutsamkeit dieses im Klaren – gerade, wenn das Kerngeschäft offline abgewickelt wird. Die großen Konzerne machen es jedoch vor: Angestellte, die sich nur um Social Media kümmern, ganze Teams, die sich mit der Integration und Kooperation von Drittanbieter-Lösungen beschäftigen usw. – hier muss der Mittelstand nachziehen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.

Eine Website ist nichts anderes als ein digitales Ladenlokal!

Immer wieder stelle ich bei Kundengesprächen fest, dass es – selbst, wenn das Budget vorhanden ist – teils wenig Bereitschaft gibt, regelmäßig und langfristig in den Webauftritt zu investieren. Ich mache dann immer den Vergleich mit einem Ladenlokal, für das ich (hoffentlich) eine Reinigungskraft engagiere, mir Gedanken um Dekoration mache und für ein ordentliches und authentisches Gesamtbild sorge. Im Internet ist das nichts anderes! Und im Zweifel verwehre ich mir selbst die Möglichkeit jemanden überhaupt in meine schönen Räumlichkeiten zu locken, wenn er schon durch eine schlechte Präsenz im Internet abgeschreckt wird!

Web, SEO und Online Marketing sind eben keine „Einmal-Aktionen“ –ein Mantra, welches ich gefühlt schon mehrere tausend Mal gepredigt habe!
Im Folgenden werde ich einige essentielle Kriterien und Wege vorstellen, den eigenen Webauftritt zu analysieren. Vielleicht beeindrucken Sie beim nächsten Mal Ihren Web-Dienstleister mit neuem Know-How und wissen ein wenig mehr darüber, worauf Sie bei der Auswahl eines solchen achten sollten. Am Ende des Artikels finden Sie die Liste aller Punkte als PDF zum Download, Drucken und analogen Abhaken.

Schritt 1: Design, Usability, USP & Zielgruppe

In einem ersten Schritt ist die technische Umsetzung der Webseite nebensächlich (insgesamt ist sie es natürlich nicht!) – wir wollen hier Insights über die generelle Handhabe der Webseite erhalten. Für die folgenden Steps stellen Sie sich bitte vor, Sie seien ein Besucher, der weder weiß, was Ihr Unternehmen tut, noch weiß, was Sie besonders macht (ich hoffe da gibt es etwas) und noch nie auf Ihrer Seite war. Auch kann eine andere Person, auf die Teile der o.g. Charakteristika zutreffen, Ihnen dabei helfen. Die folgenden Fragen sollten Sie mit „Ja!“ beantworten können.

Startseite:

  • Wird auf der Startseite klar, was das Unternehmen bietet?
  • Wird herausgestellt, was der USP ist?
  • Sind wichtige Kontaktinformationen (Telefonnummer etc.) oder ein Formular zur Kontaktaufnahme direkt ersichtlich?
  • Sind die o.g. Informationen ohne Scrollen, auf den ersten Blick sichtbar?

Usability:

  • Weist meine Seite eine flache Navigationsstruktur auf? (lieber ein Verzeichnis mehr einbauen, als unnötige und unübersichtliche Verschachtelungen)
  • Ist das Menü eindeutig? Weiß der User, wohin er als nächstes kommt, oder muss er sich „nach vorne irren“?
  • Kommt er von Detailseiten weiter zu einem nächsten, relevanten Punkt, oder muss er sich über die Startseite neu orientieren?
  • Sind die Texte alle gut lesbar? (Sowohl Schriftgröße, als auch der gewählte Font und gradlinige Farbschemata spielen hier eine Rolle)
  • Liegt der Fokus auf den wesentlichen Seiteninhalten, oder lenken nebensächliche Dinge, wie Bilder, Animation oder Videos von der Kernaussage ab?
  • Oder ist Ihre Kernbotschaft so komplex, dass Sie sie z.B. besser in ein Video packen?

Zielgruppe:

  • Ist die Ansprache und Anmutung zielgruppengerecht? (z.B. Senioren vs. Jugendliche)
  • Sind wichtige Links zu Profilen auf Drittseiten (z.B. Social Media) vorhanden und gut sichtbar?
  • Werden unterschiedliche demographische Gruppen individuell auf die für sie relevanten Seiten der Website geleitet?

Design:

  • Erfüllt das Design moderne Anforderungen? (ein Shop darf etwa nicht völlig von der „Norm“ abweichen, d.h. z.B. der Warenkorb / CheckOut ist rechts (oben)))
  • Ohne auf Ästhetik einzugehen: Sorgen die verwendeten Farben und Grafiken für einen leichten Lesefluss oder behindern sie diesen?
  • Unterstützt das Design den logischen Aufbau der Menüs und Navigation?
  • Ist das Design insgesamt einheitlich? (sich ändernde Farben oder Positionen von Elementen können User verwirren)

Schritt 2: Programmierung, Technik & Sicherheit

Wer Design und die (ästhetische) Usability abhaken kann und der Meinung ist, dass der Unternehmensgegenstand klar ersichtlich ist, darf sich nun mit der Technik der Seite beschäftigen. Dies sind in weiten Teilen SEO-relevante Kriterien, wobei sich diese – der stetig verbesserte KI der Suchmaschinen sei Dank – auch immer mehr mit Ansprüchen des „gesunden Menschenverstandes“ angleichen(vgl. Artikel zu Google vs. Kunden orientierter SEO). Auch diese Fragen sollten im Idealfall alle mit „Ja!“ beantworten werden.

Programmierung:

  • Ist die Programmierung insgesamt zeitgemäß? (HTML5, CSS3, W3C, Verzicht auf Frames…)
  • Ist die Website responsiv oder besitzt sie eine dedizierte (Sub-)Domain für mobile Endgeräte?
  • Ist die Seitengeschwindigkeit auf einem akzeptablen Level?
  • Werden alle wichtigen (Meta-) Tags verwendet und korrekt eingesetzt?
    (einen ersten Überblick gibt etwa das zum Probieren kostenlose, aber mit Vorsicht zu genießende Tool SEOceros)
  • Funktioniert die Website auf allen gängigen Browsern einwandfrei?

Technik:

  • Ist eine technisch einwandfreie Handhabe garantiert? (Vermeidung von 404-Fehlern, keine durch Overlays o.ä. blockierten Inhalte)
  • Werden „technische Spielereien“ nur sinnvoll eingesetzt? (nicht jede Detailseite braucht Karten, 3D-Rundgänge oder ähnliches)
  • Werden alle Bilder korrekt dargestellt und sind web-optimiert sowie richtig skaliert?
  • Sind Videos sauber, das heißt responsiv und flexibel in puncto Bandbreite, eingepflegt?
  • Bei Bedarf: Sind verschiedene Sprachversionen oder zumindest der Google Translator integriert?
  • Funktionieren alle Downloads, Formulare und ggf. Logins einwandfrei?
  • Bin ich frei von manuellen Abstrafungen durch Google? (vgl. Online-PR Horrorstories)

Sicherheit:

  • Werden gängige Sicherheitsstandards (SSL, HTTPS) unterstützt? (vor allem für E-Commerce absolut unabdingbar)
  • Werden User auf die Sicherheit Ihrer und den Umgang mit Ihren Daten hingewiesen?
  • Werden regelmäßig Log-Files des Servers auf versuchte Hacks oder ähnliche Bedrohungen gescannt? (im Zweifel Hoster kontaktieren)

Schritt 3: Content, Conversions & Perspektive

Ich hab den an sich wichtigsten Punkt Content bewusst ans Ende dieser Liste genommen, da eine gesunde Basis essentiell für die Auffindbarkeit und Rankings von Inhalten ist. Mein Content kann noch so relevant und interessant sein – ohne technische Grundlagen wird dieser in den meisten Fällen nicht gefunden werden. Zudem geht es in diesem Schritt um Messungen von Zugriffen, Conversions und um die allgemeine (zeitgemäße) Ausrichtung der Website. Gleiches Spiel wie vorher: Alle Punkte sind mit „Ja!“ zu beantworten.

Content:

  • Stelle ich ausreichend Content zu meinen Leistungen, Produkten und meinem branchenspezifischen Know-How bereit?
  • Sind Impressum, Datenschutzerklärung, Kontaktinformationen und ggf. FAQs vorhanden und über jede Seite erreichbar?
  • Ist ein Blog oder eine News-Seite vorhanden, um über Neuigkeiten berichten zu können?
  • Stelle ich neben Text auch weitere Inhalte bereit? (Bilder, Videos, Kartenmaterial, ein Quiz oder anderes branchenrelevantes Material)

Analytics & Conversions:

  • Nutze ich ein Tool zur Erfassung der Website-Daten? (Google Analytics, Piwik, eTrackr oder vergleichbar)
  • Ist der Code für das korrekte Erfassen von Traffic und Conversions ordnungsgemäß eingebaut?
  • Werden Formulare, Downloads, Warenkorb-Interaktionen, Lesedauer oder andere nachverfolgbare Handlungen erfasst?
  • Ist die Webseite in der Google Search Console registriert und habe ich vollen Zugriff?

Perspektive & Innovation:

  • Bin ich mir über branchenspezifische digitale Innovationen im Klaren?
  • Bin ich in wichtigen Verzeichnissen auffindbar? (vgl. Absatz zu Content Marketing hier)
  • Nutze ich relevante Möglichkeiten zur Kundengewinnung von Drittanbietern? (als Restaurant z.B. Buchung über OpenTable)
  • Weiß ich wohin ich mich in den nächsten 5 Jahren entwickeln möchte und welche Herausforderungen für meine Webseite daraus resultieren?

Keine Analyse ohne Handlung!

Die beste Analyse bringt nichts, wenn ich nicht irgendeine Handlung daraus ableite. Wer den oben genannten Fragenkatalog wenigstens einmal im Halbjahr durcharbeitet, sollte wichtige Erkenntnisse über seinen Webauftritt bekommen und sich darauf aufbauend wenigstens um eine der (mit ziemlicher Sicherheit entstehenden) Baustellen kümmern. Wichtig ist es dabei, sich den Maßnahmen einzeln anzunehmen und jeden Schritt sauber durchzuführen – „alles auf einmal“ wird selten funktionieren. Steht die Überarbeitung der kompletten Webseite an, gibt es hier einen Leitfaden zum Relaunch. Frei nach dem Motto eines großen deutschen Baumarktes, „gibt es immer was zu tun“!

Hier gibt’s das PDF zum Download.
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Bei der Auswahl eines SEO & Web oder Webvideo-Dienstleisters oder einer Online-Marketing Agentur oder Online-PR-Services, achten Sie zumindest auf diese Auszeichnungen:

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