Dieser Artikel über AMP-Funktionen für Geotargeting-Inhalte sowie DSGVO-Unterstützung setzt Kenntnisse zu AMP und der DSGVO voraus. Bitte ggf. vorher lesen!
So lustig wie die beiden Herren auf dem Coverbild da scherzen werden auch sie das nach Lesen dieses Artikels es nicht mehr tun.
Wer seinen Nutzer ein einzigartiges Nutzererlebnis auf mobilen Endgeräten bieten will sollte AMP nutzen. Krux an der Sache: Die Daten liegen dann bei Google. Und das mögen die Damen und Herren Erfinder der DSGVO nun gar nicht. Deshalb muss man hier ggf. nachbessern oder Anwälte in Deutschland konsultieren, die Dank DSGVO bereits 375 Millionen Euro Zusatzverdienst hatten (Quelle: Schätzung des Rechtsanwalts Niko Härtling in Zitat bei OMR Newsletter).
Das Accelerated Mobile Pages-Projekt hat eine neue „amp-geo“-Komponente veröffentlicht und volle Unterstützung der „amp-consent“-Komponente deklariert, was einigen Publishern helfen kann, die Regelungen der DSGVO einzuhalten.
AMP / DSGVO

AMP hat eine neue „amp-geo“-Komponente mit voller Unterstützung der „amp-consent“-Komponente

Das Google AMP (Accelerated Mobile Pages) Team hat eine neue Komponente angekündigt, die es Nutzern des für Mobilgeräte optimierten Frameworks ermöglicht, Inhalte basierend auf den Standorten der Webseitenbesucher auszurichten. Diese neue „amp-geo“-Komponente ermöglicht die dynamische Bereitstellung von Inhalten basierend auf dem Land des Besuchers, abgeleitet von der IP-Adresse.
Das AMP-Projekt hat seit der Einführung des vor mehr als zwei Jahren gestarteten Frameworks regelmäßig neue Features hinzugefügt, darunter erweiterte Unterstützung für Analyse, Werbung, Formulare, Interaktives / Video (insbesondere über das Stories-Format) sowie flexiblere Layout- und Menüoptionen.
Diese neue Komponente wird besonders nützlich für Webseitenbetreiber sein, die Inhalte oder Produkte an Kunden in der EU richten. Es ermöglicht nicht nur eine bessere Kontrolle über Sprachoptionen (siehe das Beispiel unten von „soccer“ vs. „football“), sondern auch Visuals – Bilder, Branding und so weiter.
Die Implementierung der amp-geo-Komponente ist ziemlich einfach. Aus der Ankündigung:
1. Fügen Sie das Amp-Geo-Skript hinzu:

2. Integrieren Sie den amp-geo Tag:

3. Erweitern Sie Ihr Dokument mit CSS, um den Inhalt basierend auf dem ungefähren Standort des Benutzers zu modifizieren:

Das Team kündigte außerdem an, diese positionsbasierte dynamische Inhaltsanzeige mithilfe von Gruppen zu erweitern – wobei viele Länder über den ISOCountryGroups key für die Anzeige einzelner dynamischer Inhalte im amp-geo-Tag angegeben werden können.
1. Fügen Sie wie oben das amp-geo-Skript in das Dokument ein.
2. Anstelle eines leeren amp-geo Tags, konfigurieren Sie ISOCountryGroups, um die Menge an Code, den Sie schreiben müssen, um Verhalten für mehrere Ländereinstellungen festzulegen, zu reduzieren.

3. Erweitern Sie wie im vorherigen Beispiel das Dokument mit CSS, um den Inhalt basierend auf dem ungefähren Standort des Benutzers zu ändern:

Weitere Informationen zur Verwendung von amp-geo, ISOCountryGroups und amp-bind Integration von beiden finden Sie hier.

AMP und DSGVO

Das AMP-Projektteam kündigte kürzlich die vollständige Veröffentlichung neuer Tools an, die es Websites ermöglichen, Benutzersteuerelemente zu implementieren, die darauf abzielen, Datenverfolgung und Nutzungszustimmung von Besuchern zu erfassen. Diese neuen Tools wurden vor dem DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) Termin am 25. Mai 2018 eingeführt wurde, freigegeben. Die Gruppe hatte schon Anfang April angedeutet, dass sich diese neuen Regelungen anbahnen.
Wenn Sie nicht wissen, was die DSGVO vorgibt und wie Sie oder Ihre Kunden davon betroffen sind oder nicht, MarTech Today hat einen großartigen Artikel zusammengestellt – „MarTech Today’s Guide to DSGVO – Die Datenschutz-Grundverordnung“ – den Sie hier kostenlos herunterladen können.
Die DSGVO erfordert, dass das Einverständnis eines jeden EU-Bürgers eingeholt wird, der eine Website besucht, die personenbezogene Daten über diesen Bürger sammelt. Die Fähigkeit, Einwilligungen zu erfassen und zu speichern, ist entscheidend – und eine noch größere Herausforderung für jeden, der das AMP-Framework mit seinen eingeschränkten Funktionen und Features verwendet. Die Verwendung eines einzigen Consent-Frameworks (Lesetipp am Rande: Was sind Consent Mangement Provider?) für non-AMP und AMP führt zu einer zusätzlichen Komplexitätsebene für Webmaster – da die meisten Websites, die das auf Mobilgeräte ausgerichtete Framework unterstützen, zwei Versionen ihrer Seiten verwalten und nur sehr wenige basieren all Seiten Ihree Webseite auf AMP.
Um diese Probleme einmal anzugehen, veröffentlichte das AMP-Projekt die amp-consent-Komponente. Mithilfe dieser Komponente können Websites das Einverständnis der Benutzer für (einige) spezifische Datenverfolgungsaktionen erfassen und so Webseitenbetreibern dabei helfen, die neue DSGVO und / oder andere Datenschutzbestimmungen einzuhalten. Die Implementierung der amp-consent-Komponente hängt von den Bedürfnissen Ihrer Konsenssammlung ab. Daher sollten Sie die Komponentenspezifikation vollständig überprüfen und über die derzeit verfügbaren Optionen genau informiert sein.

Um den Einstieg in amp-consent zu erleichtern, bietet das AMP-Projekt drei vollständige Codebeispiele für Webmaster zum Testen:

Die folgenden Screenshots zeigen, wie eine Zustimmung zu einigen der Beispiele in der AMP-Benutzeroberfläche angezeigt wird:

In einem Beitrag auf seiner Website stellt SEO Christian Kunz in Frage, ob eine DSGVO-konforme Nutzung von AMP überhaupt möglich ist. Man frug die DSGVO-Beraterin von Third Door Media, Kristina Podnar, um die Probleme zu diskutieren, die Kunz aufwirft, und die Herausforderungen, die mit der Einhaltung der DSGVO im AMP-Rahmen verbunden sind.
Podnar betonte, dass man den Unterschied zwischen einem Datenprozessor und einem Datencontroller verstehen müsse, was ein großer Unterschied bei der Einhaltung der Vorschriften darstellt. Datencontroller (d. h. Webseitenbetreiber), die Daten sammeln, sind verpflichtet, sich die Zustimmung des Benutzers zu verschaffen; Datenprozessoren nicht unbedingt. Wenn bei AMP die Website aus dem Cache von Google bereitgestellt wird, stellt sich die Frage, ob Google lediglich Benutzerdaten (z. B. IP-Adressen) verarbeitet oder bei der Bereitstellung eines AMP auch als Controller für diese Daten auftritt. Im AMP-Cache-Szenario scheint Google kein Datencontroller zu sein.
Es ist auch wichtig anzumerken, dass aufgrund der derzeitigen Beschränkungen der Komponenten eine DSGVO-konforme Zustimmung nur in Situationen erfasst werden kann, in denen eine Website eine Einwilligung für die einmalige Verwendung der erfassten Daten einholen muss (z. B. über Cookie, Tracker). Dies ist darauf zurückzuführen, dass die DSGVO erfordert, dass für jede einzelne Verwendung der erfassten Daten eine spezifische Einverständniserklärung eingeholt wird (für Analysen, für die Anzeigenschaltung, für ein CRM usw.). Keines der Implementierungsbeispiele ermöglicht, dass solche Opt-Ins erzielt werden. Insbesondere ist das „grundlegende“ Beispiel mit einer Liste von Verwendungen, die zu einer einzigen Zustimmungsaktion zusammenlaufen, nicht konform. Jedes Listenelement müsste stattdessen ein offenes Kontrollkästchen sein, welches der User jeweils ausfüllen kann.
Das AMP-Team hat darauf hingewiesen, dass sie daran arbeiten, Unterstützung für eine spezifischere Sammlung von Einwilligungserklärungen zu geben, aber wie vor einigen Wochen im Kommentar von AMP-Projektmitarbeiter Jasti angemerkt, wird „Zweckbasierte Einwilligung auf Anbieterbasis derzeit nicht unterstützt, aber wir planen es in der Zukunft. “
Abschließend ist anzumerken, dass eine Einwilligung derzeit nur mit folgenden Google-Produkten einhergeht:

  • DoubleClick & AdSense (gültig ab 5.10.18).
  • AMP IMA Video (gültig am 15.05.18).
  • AMP Geo (gültig am 5.10.18).
  • AMP Stories (gültig am 15.05.18).

Diese Komponenten sind zwar ein guter Schritt vorwärts, um es Website-Inhabern zu ermöglichen, die Benutzerzustimmung in AMP zu erfassen, bis weitere Integrationen verfügbar werden (beachten Sie, dass AMP über 100 Werbenetzwerke, ein Dutzend soziale Netzwerke, Dutzende von Analyseanbietern usw. unterstützt). Die Einwilligung zur Nutzung kann in einer einzigen Benutzeroberfläche abgerufen werden. Amp-consent ist jedoch bei weitem keine solide Lösung für die Einhaltung der strengen DSGVO.
Wir werden diesen Artikel mit neuen Informationen oder Ankündigungen rund um diese AMP-Komponenten ggf. aktualisieren.

Fazit: DSGVO Monster behindert technischen Fortschritt!

Wie man leicht erkennen kann zwingt die DSGVO auch kleine und mittlere Unternehmen viel in ihre Website-Technik, wenn sie AMP-fähig ist (und das sollte sie sein) zu investieren. Und wozu das Ganze? Um einer Verordnung Genüge zu tun die den bevormundeten Web-User in der EU eh nicht interessiert!

Bei der Auswahl eines Online-Marketing Beratungs- und Serviceunternehmens oder eines Performance Marketing Teams achten Sie zumindest auf diese Auszeichnungen:

PartnerBadge-Horizontal
SEO 2015

 

 

 

Oplayo ist nun auch ein autorisiertes Beratungsunternehmen für „Digitale Markterschließung“ und „Digitalisierte Geschäftsprozesse“ 
Lassen Sie sich von uns beraten wie Sie davon profitieren können!

Mehr aus dem Blog

Pin It on Pinterest