SEO hat sich, wie die meisten Aspekte von Marketing und Technologie auch, weiterentwickelt.
Marketing Strategien, die vor ein paar Jahren noch effektiv waren, sind heute vielleicht nicht mehr so gut. Genau so ist es bei SEO. Suchmaschinen ranken Websites anders als früher und wenn Dein Unternehmen nicht auf dem laufendem Stand ist, ist Deine SEO Strategie veraltet.
Ich sehe es zu oft bei meiner Consulting Arbeit. Viele Kunden möchten Strategien benutzen, die heute einfach nicht mehr funktionieren.

Die folgenden obsoleten Vorgehensweisen in diesem Text unterscheiden sich darin, wie stark sie Dein Unternehmen beeinflussen. Manche sind ineffektiv aber harmlos, während andere Dein SEO Ranking ruinieren können.
Jedes Unternehmen mit einer Website sollte diesen Text lesen und als Referenz nehmen, ob sie noch obsolete SEO Strategien benutzen, die möglicherweise Dein SEO schädigen.

Übereinstimmende Domainnamen (EMD für Exact Match Domains)

Übereinstimmende Domainnamen waren eine Zeit lang sehr beliebt. Mit dieser Strategie waren Unternehmen in der Lage, ihre Such-Rankings in wenigen Wochen, ja sogar wenigen Tagen, schlagartig zu erhöhen.
Wie der Name schon sagt, geht es bei exact match domain (EMD) darum, den Domainnamen an die Keywords anzupassen. Ein paar Beispiele:

  • BerlinSchluesseldienst
  • GaragentorMuenchen
  • BestePizzaDortmund

Google hat aber ihren Algorithmus angepasst, sodass übereinstimmende Domainnamen (meist) obsolet wurden. Als sie dieses Update in 2012 durchgeführt haben, sank die Relevanz von EMD ziemlich schnell.

Jetzt haben übereinstimmende Domainnamen meist die selben Chancen, hoch oder niedrig zu ranken, wie alle anderen Domainnamen. Tatsächlich werden manche der übereinstimmenden Domainnamen von Algorithmen und manuellen Rezensionen gekennzeichnet. Low-quality Seiten werden nicht höher ranken, nur weil ihr Domainname mit den Keywords übereinstimmt.
Außerdem sind Unternehmen mit übereinstimmenden Domainnamen sehr schwer zu vermarkten. Stellen Sie sich vor, Amazon hätte mit

“Buyandsellbooksonline.”

Angefangen. Sowas kann man einfach kaum vermarkten. Diese Strategie ist nicht vertrauenswürdig und macht es schwer, Links einzubauen. Stattdessen sollte man es so einfach wie möglich halten, um möglichst viel Unternehmensreichweite aufzubauen, indem man einen Namen wählt, der einfach zu vermarkten ist. Ausnahme: Sie möchten eine leicht kommunizierbare Microsite oder LandingPage bauen, die eh nur mit Google Ads etc. gefunden wird.

Fazit: Übereinstimmende Domainnamen sein lassen.

Linkverzeichnisse

Linkverzeichnisse sind größtenteils nutzlos. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen in Nischen mit besonders guten und nützlichen Links.
Leute konnten suchen und finden, was sie wollten, indem sie Linkverzeichnisse durchsucht haben. Linkverzeichnisse haben sehr gut funktioniert, aber nur bis die Suchmaschinen leistungsfähiger wurden. Sie waren für Besitzer von Websites super schnell zu installieren und einfach zu warten, deswegen wurden sie immer beliebter.
Wie auch immer. Linkverzeichnisse haben heute keinen richtigen Wert mehr für Besucher. Heute ignorieren die Algorithmen sogar Linkverzeichnisse oder bestrafen Websites, wenn sie erkennen, dass irrelevante Links im Verzeichnis sind. Dasselbe gilt übrigens für Blogverzeichnisse.
Marketer hatten angefangen durch Software tausende von Artikeln in Verzeichnisse zu bringen, doch diese irrelevanten Links hatten überhaupt keinen Nutzen für Besucher, auch wenn man dadurch einfach und schnell Links aufbauen konnte.

Fazit: Linkverzeichnisse werden heute als schlechter Content angesehen und sie werden Dir nicht helfen, Dein Ranking zu verbessern.

Flache URL-Strukturen

Im Normalfall wird WordPress deine Seiten so anordnen:

www.DeineDomain.de/Seite1

Es sieht vielleicht für den Besucher einfach und simpel aus, aber es hilft nicht bei SEO. Wenn man das nicht manuell ändert, wird es für die Suchmaschinen schwerer herauszufinden, wie Deine Website aufgebaut ist. SEO Crawler und Bots werden allen Seiten dieselbe Wichtigkeit zuordnen, das sollte aber nicht Dein Ziel sein. Dein Ziel sollte sein, dass SEO den Crawlern und Bots die Wichtigkeit von verschiedenen Seiten im Verhältnis zu anderen Seiten zeigt.
Man kann die Voreinstellung auf diese umändern:

www.DeineDomain.de/Kategorie/Seite1

Dann macht die Hierarchie Deiner Seite mehr Sinn.

Das Entfernen der flachen URL Struktur vereinfacht die Arbeit der SEO Crawler, die Seiten zu indexieren, was letztendlich Dein SEO Ranking verbessern kann. Suchmaschinen können so den Wert jeder Seite verstehen.
Fazit: Wir empfehlen diese Änderung so früh, wie möglich, umzusetzen, denn die Änderung der Architektur bedeutet auch die Änderung aller Links, was Dein Ranking beeinflussen kann.

Automatisch erzeugte Links

Links spielen ganz klar eine sehr große Rolle bei SEO. Als das klar wurde, haben Marketer versucht, mithilfe von Software die Links erzeugen, das ganze auszunutzen. Sie wollten damit ihre Seiten möglichst oft auf anderen Seiten vertreten haben. Dadurch sollten die Algorithmen auf deren Seiten aufmerksam werden und sie aufwerten.
Doch das Resultat war nicht das, was sie erhofften. Ihre Links landeten in irgendwelchen Foren, Linkverzeichnissen, Gästebüchern oder Blog-Kommentaren. Ich bin eigentlich für Automatisierung und Effizienz, hier sollte man es aber lassen. Automatisch erzeugte Links machen nur Sinn, wenn sie eine hohe und gute Qualität haben und das kann man nicht automatisieren. Man muss starke Beziehungen zwischen einander aufbauen und wertvollen Content liefern.

Fazit: Funktionierende Alternativen wurden in diesem Blog mehrfach erläutert. Zum Beispiel bereits 2013.

Keyword Stuffing

Als Suchmaschinen noch nicht so komplex und leistungsfähig wie heute waren, hat Keyword stuffing funktioniert. Seiten waren überfüllt von Keywords. Das Problem ist aber, dass das auffüllen von Keywords total unnatürlich ist. Man merkt schnell, dass bestimmte Wörter viel zu häufig auftauchen und nur da sind, um die Relevanz für Suchmaschinen vermeintlich zu erhöhen. Das funktioniert heute nicht mehr.
Seitdem Suchmaschinen fortgeschrittener wurden, hat Keyword stuffing seine Relevanz komplett verloren. Heute gilt ein Text mit zu vielen Keywords als minderwertiger Text. Möglicherweise wird man sogar abgestraft dafür. Semantisches Indexing hilft hier deutlich weiter.
Eine aktuelle Studie von SEMrush zeigt die wichtigsten Faktoren fürs Ranking:

Auch wenn Keywords es in die Liste geschafft haben, sind sie im Vergleich zu den anderen Faktoren bei SEO viel weniger relevant. Tatsächlich waren ganze 18% der Websites die für high-volume Keywords ranken ohne Keywords. Nur 3% hatten Backlinks mit Keywords im Link.
Ich finde nicht, man sollte überhaupt keine Keywords benutzen, sondern eher sparsam mit ihnen umgehen. Viel wichtiger ist es, dass sich der Text gut liest und die Keywords “natürlich” im Text vorkommen.

Fazit: Du bist also viel besser dran, indem Du wertvollen Content für den Leser veröffentlichst, statt es mit Content vollgestopft mit Keywords zu versuchen.

Keyword Variationsseiten

Erstelle nicht für jedes Keyword eine verschiedene Seite, das wird nicht funktionieren. Suchmaschinen Crawler sind schlau. So schlau, dass man für sie keine einzelne Seite erstellen muss, damit Sie darauf aufmerksam werden.
Google’s AI System und RankBrain entdecken und ranken selbst Seiten für Keywords, die normalerweise nicht für das jeweilige Keyword angezeigt werden.
Zum Beispiel, angenommen Du hast eine Unterseite für B2B Kunden über Heizungen. RankBrain wird verstehen, dass diese relevant ist für Personen die:

  • Heizung säubern
  • Heizung warten
  • Heizung Inspektion
  • Heizung reparieren

suchen. Man braucht keine Landingpage für jede einzelne Keywordkombination. Das macht die Navigation auf Deiner Seite bloß unnötig kompliziert. Für das o.g. Beispiel reicht eine Landingpage mit Unterüberschriften (subheader) für Variationen aus.

Fazit: Diese Strategie macht Deinen Content relevanter und übersichtlicher.

Bezahlte Links

Das letzte was man möchte, ist gegen Googles Webmaster Richtlinien zu verstoßen.
Links kaufen kann Dein Ranking verbessern, aber nicht, wenn Du dabei erwischt wirst. Das ist Grund genug, keine Links zu kaufen, sie sind es nicht Wert. Manche haben in der Vergangenheit vielleicht Links gekauft, ohne bestraft worden zu sein. Das heißt aber nicht, dass Du das erneut ungestraft machen kannst. Man kann zwar den Kauf gut verstecken, aber was ist mit dem Verkäufer? Wer Links verkauft und erwischt wird, wird nicht nur selber bestraft, sondern auch die Käufer. Laut Google sind Verkäufer und Käufer schuldig. Sie nennen es Link schemes (Linktauschprogramme):

Wenn jemand Dir Links verkauft, verkauft er sie ziemlich sicher auch an andere. Alles was Google tun muss, ist einen einzigen zu ertappen, um das ganze Netzwerk hochgehen zu lassen. Man muss nur die Spur zurückverfolgen, die für Google nützlicherweise in Form von Links vor ihnen liegt. Es ist sehr einfach.

Fazit: Erzeuge Links auf dem richtigen Weg, nicht durch Abkürzungen.

Mehrere eigene Seiten verlinken

Einige besitzen mehrere „Unternehmen“ und somit mehrere Seiten. Wäre doch eine gute Idee, sie miteinander zu verlinken, oder? Nicht unbedingt. Fürs Interlinking der eigenen Seiten müssen sie relevant füreinander sein. Wenn man eine Seite über Camping Equipment hat, macht es nicht viel Sinn sie mit seiner Seite über Kreditangebote zu verlinken. Man wird nicht belohnt für die Anzahl der Links. Relevante Links lohnen sich. Man wird fürs interlinken nicht bestraft, es stiehlt aber Ressourcen auf deiner Seite, die bestimmt besser genutzt werden können.
Aber, es gibt auch Gelegenheiten, in denen es nützlich sein kann. Vor allem wenn es richtig gemacht wird.
Angenommen Du hast eine Seite über Beschattungen und eine über Fenster. Hier macht es sehr viel Sinn, beide miteinander zu verlinken.
Ich habe auch schon gesehen, dass manche allein fürs interlinken verschieden Seiten erstellen. So funktioniert das aber nicht. Es ist schon schwer genug, diese Seiten zu verwalten, sie gut ranken zu lassen ist mehr als knifflig.

Fazit: Google sieht das und bestraft Dein Ranking, also wird das SEO schaden.

Quantität vor Qualität setzen

Zehn Artikel am Tag zu veröffentlichen ist sinnlos, wenn sie alle von schlechter Qualität sind. Man ist viel besser dran, eine Häufigkeit zu wählen, bei der man gut mitkommt und bei der die Qualität nicht leidet. Schreibe für Menschen, nicht für Bots. Für Bots zu schreiben, ist unnatürlich. Wie ich vorhin schon erwähnte, werden die Crawler und Bots immer besser darin, unnatürliche Texte und Seiten von natürlichen zu unterscheiden.
Schaue auf Deinen Blog. Wie lang sind Deine Einträge? Das sind die durchschnittlichen Längen von Blogeinträgen der vergangenen vier Jahren.

Wie man sieht, haben die meisten eine Länge zwischen 500 und 1.000 Wörtern. Das heißt aber nicht, dass das die optimale Länge ist. Längere Texte sind gerade im kommen. Grundsätzlich würde ich dazu raten, die Texte ein kleines Stück länger zu schreiben als zu kürzen. Aber bloß nicht unnötig strecken um die Wortzahl zu erhöhen. Manche Texte brauchen einfach mehr als andere. Ganz klar sind fünf 1.000 Wörter Texte die Woche besser als 50ig 100 Wörter Texte.

Fazit: 100 Wörter sind viel zu kurz um ein Thema ausführlich und relevant zu behandeln.

Irrelevante Besucher Einträge

Gästebücher oder Gastkommentare sind eigentlich eine gute Möglichkeit Links zu erzeugen. Man muss es nur richtig umsetzen. Irrelevante Posts helfen Dir dabei nicht. Stattdessen solltest Du darauf achten, dass Deine Kommentare und Einträge auf relevanten Seiten sind.
Das Ziel sollte sein, neue Kunden, die Deiner Zielgruppe entsprechen, zu erreichen. Das schafft man nur, indem man relevante Kommentare hinterlässt. Z.B. hast Du eine Seite zu Hallenheizungen, dann macht es keinen Sinn, auf irgendeiner Kochseite zu kommentieren. Es ist irrelevant für meine Zielgruppe, mein Unternehmen und meine Seite. Wie schon erwähnt kann Google irrelevante Links verstehen, möglicherweise Dich und auch den Publisher bestrafen. Behalte das im Hinterkopf, wenn Du Kommentare zulässt.

Fazit: Man möchte nicht irrelevante Kommentare und Links auf der eigenen Seite haben.

Lokales SEO vernachlässigen

Sich nur auf die großen Keywords zu fokussieren, ist ein Mythos und eine schlechte Idee. Viele große Unternehmen setzen auf Masse um möglichst viel Traffic und Rankings zu generieren, statt auf ihre Zielgruppe.
Lokales SEO ist besonders wichtig für lokale Unternehmen. Wenn Du ein lokales Unternehmen besitzt, solltest Du Traffic der Kundschaft in Deiner Umgebung priorisieren. Setze nicht zu viel auf Personen außerhalb Deines Marktes. Klar ist Traffic gut für Dein Ranking, lokales SEO ist aber insgesamt viel besser für Deine Strategie.
Hier ist eine Studie von Search Engine Land zu den wichtigsten Faktoren von lokaler SEO.

Benutze dieses Chart als Maßstab. Tust Du genug für lokales SEO?

Fazit: Wenn Du lokales SEO vernachlässigst, machst Du einen Fehler.

Fazit
SEO hat sich geändert. Es wird sich in Zukunft weiter verändern. Wenn Du immer noch die Punkte auf dieser Liste benutzt, solltest Du sie hinter Dir lassen. Du solltest neue Strategien versuchen. Sowas wie Voice Search oder Mobile First. Dazu kommen noch in Zukunft weitere Texte. Im Moment sollte man einfach die Punkte auf der Liste streichen, sie verschwenden Zeit und Geld und können Dein Ranking verschlechtern.

Bei der Auswahl eines Online-Marketing Beratungs- und Serviceunternehmens oder eines Performance Marketing Teams achten Sie zumindest auf diese Auszeichnungen:

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