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Der Author Rank – ein Rückblick

Es ist nun etwas über ein Jahr her, seit ich zum ersten Mal über den Author Rank geschrieben habe. Ich muss gestehen, dass ich damals großer Fan des Author Ranks war. Den Author Rank finde ich auch heute noch prima, bin aber nicht mehr so euphorisch wie damals. Meine Prognosen damals waren wohl etwas zu verfrüht. Der Author Rank ist zwar immer noch ein heiß diskutiertes Thema, aber er wirkt noch nicht wirklich. Ich war mir sicher, dass er bereits 2013 den Durchbruch schaffen würde. Ob er jemals kommen wird, ist aktuell mehr als ungewiss.

Tot ist das Thema mit aller Sicherheit nicht. Aber Google scheint unsicher zu sein, ob man sich wirklich an die Interpretation sozialer Engagements wagen möchte. Denn genau das wäre für einen korrekten Author Rank essenziell.

Stand heute

Mittlerweile sollten die meisten Unternehmen Google+ kennen und auch erkannt haben, dass es sich durchaus lohnt dem Dienst treu zu bleiben. Er wirkt immer noch etwas nerdy, hat sich aber sehr gemausert. Der Nutzen ist für die User immer noch ziemlich unterschiedlich: Für die einen ist es der Faktor SEO, viele haben sich in die Hangouts verliebt oder schwärmen von den überwiegend professionellen Communities.

Es gibt in der Tat sehr viel zu entdecken und ich persönlich liebe Google+. Für jeden der regelmäßig Content für das Web produziert, ist wohl einer der ersten Berührungspunkte mit Google+ der Google Authorship, oder der sagenumwobene Google Author Rank.

Gerade im letzten Jahr habe ich mich immer wieder für den Author Rank eingesetzt, überall habe ich erzählt, wie wichtig diese Währung ist und das es wieder ein Schritt ist, die Offline-Welt in die digitale Welt zu transportieren. Denn wie im echten Leben, sind es die Autoritäten zu diversen Fachgebieten (Autoren, Wissenschaftler, Power User), denen wir das meiste Vertrauen schenken. Also dachte ich mir: Eine coole Sache. Wird schnell kommen und massiv von Google gepusht werden.

Für mich ist der Author Rank ein mächtiges Werkzeug für das Personal-Branding. Was mich jedoch mehr und mehr beunruhigt ist das Unwissen, die Fehlinformationen und die extreme Verunsicherung, wenn es um das Thema geht. Google eben. Da gibt es 1.000.000 Experten, aber keiner weiß, wie es wirklich geht 🙂

Ich werde also versuchen zumindest etwas Klarheit in die Thematik zu bringen, oder euch damit komplett verwirren.

Was ist der Author?

Beim Thema Autorenschaft (Author oder rel=author) herrscht noch relative Klarheit, was es denn eigentlich ist. Denn wir sehen es ja jeden Tag in den SERPs. Aktuell wieder etwas dezenter, vor einem halben Jahr hatte man teilweise den Eindruck, dass die SERPs der ersten 3 Seiten nur noch von bunten Bildchen dominiert wurden. Wenn man also seine Beiträge im Web richtig mit Google+ und dem Autoren (rel=author) verknüpft hat (kann man im Snippets Testing Tool probieren), tauchen diese Bilder-Snippets – vorausgesetzt es ist dort auch ein echter Mensch zu sehen – in den SERPs auf. Coolio.

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Der Google Authorship hat einige tolle Vorteile:

  • Wesentlich höhere Klickraten auf Ergebnisse mit Author-Bildchen. Dies haben eine Reihe von Studien gezeigt. Tolles Bild (gerne in Tropfenform 🙂 ) erhöht die CTR. Teilweise ziemlich drastisch.
  • User, die euer Author-Snippet immer wieder im Web sehen, werden euch automatisch (Limbisches System) als Autorität in der entsprechenden Kategorie gedanklich einsortieren.
  • Jeder kann euch ganz easy zu seinen Kreisen in Google+ hinzufügen.

Der Author Rank

Was beim Google Authorship noch alles klar ist, wird ganz schnell zur Spekulation, wenn wir uns den Author Rank ansehen. Hier gibt es teils wilde Spekulationen in den diversen Blogposts. In meinem letzten Beitrag habe ich mich mit den damaligen Fakten beschäftigt, was ich aktuell lese, geht aber weit über das hinaus. Hier geht es bereits um Rankingkriterien usw.
Frei nach dem Motto, „lasst es uns nur oft genug wiederholen, dann wird es schon irgendwann wahr werden“.

Statements seitens Google zum Author Rank

Der Author Rank reiht sich in ein Sammelsurium an Patenten von Google mit dem Namen „Agent Rank“ ein. In diesem Patent beschreibt Google ein ausgeklügeltes System, mit dem Google diverse Signale (Social Signals, Blog-Kommentare) zählen und verwenden möchte, um dann als Ranking Signal in der Suche zu benutzen.

Mit der Ankündigung des Google Authorships und den damit verbundenen Hinweisen auf eine mögliche Beeinflussung der Rankings, wurde die Idee des Author Ranks geboren. Denn von nun an war es ja Autoren ganz einfach möglich, Google zu zeigen, was genau ihr Content ist und wo dieser zu finden ist. Nimmt man all diese Puzzleteile zusammen, ist es nur logisch, dass diese Autorenschaft und Content-Auszeichnung nun auch Rankingfaktor werden sollte.

Gepusht wurden diese Indizien noch vom damaligen Google CEO Eric Schmidt, der 2011 in einem Fernsehinterview sagte: „Google könne mittels der Autorenschaft nun genau herausfinden, wer denn die guten Contentersteller seien und wo sich die schwarzen Schafe versteckt hielten.“

Hinzu kommt, dass andere Google-Mitarbeiter immer wieder steif und fest behauptet haben, dass der Authorship direkten Einfluss auf das Ranking habe. Wie ihr euch denken könnt, war natürlich auch unser Freund Matt dabei.

Author Rank: Probleme bei der Umsetzung

Unabhängig von Googles Statements ist es aktuell mehr als unwahrscheinlich, dass man den Author Rank schon jetzt als wichtigen Rankingfaktor hernimmt. Warum? Ganz einfach – es gibt immer noch zu viele Probleme und Unklarheiten.

In den Agent Rank-Patenten heißt es beispielsweise, dass die einzelnen Autoren, wenn sie für verschiedene Themen schreiben, auch unterschiedlich bewertet werden müssten. Ein absoluter Profiautor zum Thema Bauen/Wohnen, kann natürlich auch eine Autorität sein, wenn es um Sachen Hundeerziehung geht. Im Umkehrschluss könnte er aber auch wirklich nur in diesem Sektor Ahnung haben, in allen anderen Bereichen „betriebsblind“ sein. Wie will man solche Konstellationen bewerten?

Es geht also um die positiven Signale, die zu einem Beitrag stattfinden. Nicht nur Shares. Plusse oder Likes – sondern eben auch die jeweilige Stimmung, die ein Beitrag bei den Menschen erzeugt.

Was ist also notwendig, um fair zu bewerten:

  • Ein detailliertes Verständnis darüber, wie Social Computing funktioniert.
  • Extrem hohes Vertrauen in die Kommentare in den sozialen Netzwerken.
  • Ein umfassendes Verständnis über die Natur der Beziehungen zwischen den Akteuren in sozialen Netzwerken.

Meine Meinung: Wie im echten Leben. Stig Larsson sehe ich als einen brillanten Krimi-Autoren, wenn er jedoch ein Hundebuch herausbringt, muss ich erst einmal selbst bewerten, ob er auch in dieser Materie eine Koryphäe ist oder nicht. Oder ich muss mich selbst aktiv umhören.

Google ist meiner Meinung nach noch nicht so weit, dass man sich wirklich sicher bei der Beurteilung wäre. Wann ist jemand eine Autorität (Likes können nicht das einzige Signal sein)?  Das Wertvollste, was Google sein eigen nennt, sind die Suchergebnisse. Ich glaube nicht, dass man jetzt schon bereit ist, diese aufs Spiel zu setzen. Erst wenn man sich ganz sicher ist, dass soziale Engagement 100% richtig interpretieren zu können, wird man sich daran wagen. Und soziale Interaktion korrekt zu bewerten ist echt eine harte Nummer. Klar, es gibt aktuell schon viele bunte Tools, die den Author Rank auswerten – so what? Nützt ja nichts, wenn er keinen Rankingeinfluss hat.

Es gibt aktuell noch eine Reihe von Umsetzungsproblemen, die man beobachten kann:

  • Google Authorship und Google+ wird immer noch von zu wenigen Contentproduzenten eingesetzt. Die Zahl wächst, ist aber in meinen Augen – gerade in Deutschland – noch zu gering.
  • Autoren, die echte Autoritäten in Ihren Bereichen sind, schreiben meist ohnehin schon für große Seiten. Diese bekannten Pages ranken auch so schon extrem gut.
  • Es gibt immer noch rechtliche Komponenten – was passiert beispielsweise, wenn mehrere Autoren an einem Contentpiece arbeiten? Wer ist nun der rechtmäßige Autor?
  • Was passiert mit Wikipedia-Artikeln? Wer ist hier Autor?
  • Was passiert mit Autoren, die auf Grund von politischer Verfolgung als Pseudonym schreiben müssen? Klar, Minderheit – muss aber berücksichtigt werden.
  • Was passiert mit Autoren, die für mehrere Ressorts schreiben? Profitieren diese Autoren von einer guten Bewertung in einem Bereich auch für andere Sektoren?

Wenn man also all diese Unklarheiten hernimmt, die Beweise kombiniert, die Wichtigkeit der SERPs für Google hernimmt, glaube ich – im Gegensatz zu meiner Äußerung von vor einem Jahr – dass der Google Author Rank aktuell nicht mehr als ein Mythos ist. Mag sein, dass Google die oben beschriebenen Faktoren eines Tages perfekt interpretieren kann – aktuell sicherlich noch nicht.

Lohnt sich Google+ auch ohne Author Rank?

Natürlich lohnt sich Google+ auch ohne den Author Rank. Immer mehr Menschen beginnen Google+ eine echte Chance zu geben. Erinnert euch an meine Einleitung – Hangouts beispielsweise sind eine geniale Sache. Es ist bekannt, dass Google+ eine sehr hohe Klickrate auf Artikel hat. Allein diese Tatsache zeigt, dass Google+ auch ohne Author Rank in jeder SEO-Strategie auftauchen sollte.

Marketingleiter neigen dazu bei einem Social-Network zu bleiben. Nur ungern möchte man sich mit einem zusätzlichen Netzwerk beschäftigen und zusätzliche Ressourcen locker machen. Aber überlegt doch: Warum sollte man extrem viel Zeit und Geld damit verschwenden, eine Community bei Twitter aufzubauen, wenn Studien zeigen, dass die meisten User auch genau da bleiben. Die CTRs sind eher mau. Euer Google+-Profil taucht hingegen in den SERPs präsent auf und hat wesentlich bessere Klickraten.

Und vielleicht kommt der Author Rank ja doch noch 🙂 – ich lege dieses Kapitel definitiv noch nicht ad acta. In einem Jahr sieht sicherlich wieder alles ganz anders aus. Ich werde euch wie immer berichten.

Bildquelle: © olly – Fotolia.com
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