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Das Cookie „Drama“?

Das Verbot von Cookies von Drittanbietern wird dem mächtigen Werbegeschäft des Suchmaschinenriesen Google dank Erstanbieterdaten nicht schaden. Google gab kürzlich bekannt, dass Cookies von Drittanbietern der Vergangenheit angehören – zumindest, was Googles Werbenetzwerke und den Chrome-Browser betrifft. Dies stellt eine bedeutende Veränderung für das Anzeigengeschäft Dritter dar und scheint ein Schritt nach vorne für den Datenschutz zu sein, aber es ist auch ein sehr begrenzter Schritt. Es bedeutet nicht, dass Google aufhören wird, deine Daten zu sammeln, und es bedeutet nicht, dass das Unternehmen aufhören wird, deine Daten für zielgerichtete Werbung zu verwenden.
Google Suche

Am Vorhaben gibt es mittlerweile viel Kritik – siehe unten.

Von Dir schrittweise zur Kohorte

Google wird aufhören, Web-Anzeigen zu verkaufen, die auf die Surfgewohnheiten einzelner Nutzer ausgerichtet sind, und sein Chrome-Browser wird keine Cookies mehr erlauben, die diese Daten sammeln. Werbefirmen abseits Google, die sich auf Cookies verlassen, müssen einen anderen Weg finden, um Nutzer anzusprechen. Google denkt, dass sie das bereits getan haben. In der Zwischenzeit wird Google weiterhin Nutzer auf mobilen Geräten „verfolgen“ und ansprechen, und es wird weiterhin Anzeigen für Nutzer, basierend auf ihrem Verhalten auf seinen eigenen Plattformen schalten, die den Großteil seiner Einnahmen ausmachen und nicht von der Änderung betroffen sind. Mit anderen Worten: Die Ankündigung wird zwar große Auswirkungen auf die digitale Werbeindustrie haben, aber sehr unwahrscheinlich auf Google selbst.

Wer richtig las, wusste was kommen sollte

Google hat schon seit einiger Zeit auf diesen Schritt hingearbeitet. Das Unternehmen enthüllte im August 2019 seine „Privacy Sandbox“, eine Initiative zur Personalisierung (oder Ausrichtung) von Webanzeigen unter Wahrung der Privatsphäre der Nutzer. Im Januar 2020 kündigte Google an, dass es hofft, Cookies von Drittanbietern bis 2022 aus seinem Chrome-Browser zu blockieren – ein Schritt, den andere Browser wie Safari und Firefox schon vor Jahren gemacht haben. Google plant, Cookies von Drittanbietern durch eine Technologie zu ersetzen, die durch die Privacy Sandbox entwickelt wurde.

Was sind denn Drittparteien-Cookies?

Cookies von Drittanbietern werden von Werbefirmen verwendet, um dich zu verfolgen, während du im Internet unterwegs bist. Sie erstellen ein Profil von dir und deinen Interessen, basierend auf den von dir besuchten Websites, und verwenden dieses, um dir passgenaue Werbung auszuspielen. Cookies von Drittanbietern befinden sich auf Millionen von Websites und versorgen das Unternehmen mit einer Fülle von Informationen über die von dir besuchten Websites, die einen Teil seines umfangreichen Anzeigengeschäfts ausmachen. Aber die Öffentlichkeit wird sich heutzutage immer mehr des Themas Datenschutz bewusst, und die Regulierungsbehörden verabschieden immer mehr Datenschutzgesetze.

Kohorte statt Individium

An dieser Stelle kommt Googles Federated Learning of Cohorts (FLoC) ins Spiel, das laut Google eine „datenschutzfreundliche“ und „interessenbasierte“ Werbetechnologie ist. Mit FLoC verfolgt Chrome die Surfgewohnheiten eines Nutzers im gesamten Web und ordnet den Nutzer dann anhand dieser Gewohnheiten in verschiedene Zielgruppen oder „Kohorten“ ein. Werbetreibende werden dann ihre Werbung auf Kohorten ausrichten, anstatt auf einen einzelnen Benutzer. Wenn Du also einen Browser suchst, der deine Daten nicht für Werbung sammelt – weder als Einzelperson noch als Teil einer anonymen Zielgruppe – solltest Du vielleicht einen anderen Browser ausprobieren – und ohne Ad Blocker noch mehr nicht für dich passende Anzeigen zu sehen bekommen.
(Übrigens kannst Du hier die Anzeigenpersonalisierung und die Aktivitätsverfolgung deaktivieren und die Daten löschen, die Google über dich gesammelt hat).

Tracking goes on – only a bit different

Google schaltet also technisch gesehen immer noch zielgerichtete Anzeigen für dich, aber auf eine anonyme und weniger unheimliche Weise. Google behauptet, dass Werbetreibende mit FLoC fast den gleichen Return on Investment erzielen können wie mit Cookie-basiertem Tracking und testet FLoC derzeit mit Werbetreibenden, um zu sehen, ob es als Cookie-Ersatz funktioniert. Möglicherweise wird FLoC am Ende nicht funktionieren, aber Google ist zumindest zuversichtlich genug, um zu erklären, dass Cookies sterben werden, und wiederum wird Google sie nicht durch eine ähnliche Art von individuellem Tracker ersetzen. Was an Oplayos Tracking wenig ändert.

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First Party Data rules

Wie Recode im letzten Jahr dargelegt hat, wird Google immer noch deine First-Party-Daten sammeln – das heißt, was du tust, wenn du ihre Produkte wie YouTube und die Google Suche verwendest – und es wird Anzeigen für dich auf der Grundlage dieser Daten ausrichten. Diese First-Party-Daten werden für Werbetreibende sogar noch wertvoller, da die Datenquellen von Drittanbietern versiegen. Das ist großartig für Google, dessen Plattformen Milliarden von Zugriffen pro Tag erhalten. Tatsächlich stammt der Großteil der Einnahmen von Google aus Anzeigen in der Google-Suche – mehr als die Hälfte davon laut dem jüngsten Quartalsbericht und weit mehr als mit dem Anzeigennetzwerk, das derzeit tatsächlich auf Cookies von Drittanbietern basiert. Und da die Google-Suche nicht vom Cookie-Verbot betroffen ist, wird dieser datenbasierte Umsatzstrom weiter fließen.

Mobile und Apple

Dies gilt nicht für Daten, die durch Googles Tracker in mobilen Apps gesammelt werden. Abgesehen davon wird Apples bevorstehendes iOS 14-Update das app-übergreifende Tracking stoppen, so dass iPhone-Nutzer in den nächsten Monaten zumindest diese Datenschutzoption haben werden. Schließlich, während Google sagt, dass es sich verpflichtet hat, Ad-Tech zu entwickeln und zu verwenden, die nicht auf Tracking und Werbung für Nutzer beruht, entwickeln andere Unternehmen ihre eigenen Nicht-Cookie-Tracking-Methoden, und du könntest immer noch von ihnen verfolgt werden, wenn du Chrome (oder einen anderen Browser) verwendest. Aber für den Moment steigt Google aus dem Spiel mit Cookies und individuellem Tracking aus. Die Verbraucher mögen es nicht, die Gesetzgebung könnte es bald verbieten, und – vielleicht am wichtigsten – Google braucht es nicht.

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