Agenturen gibt es wie Sand am Meer. Wie bei jeder anderen Dienstleistung, gibt es riesige Unterschiede in der Qualität – das musste ich bei einer Wettbewerbsanalyse in eigener Sache einmal mehr feststellen. Ich bin teilweise wirklich erschüttert, was manch eine Agentur (oder ein einzelner Freelancer, der sich als eine solche verkauft) anscheinend unter „Online-Marketing“ und „Suchmaschinenoptimierung“ versteht. Wenn ich dann daran denke, wie groß das Online-Know-How des durchschnittlichen Mittelständlers ist, weiß ich wieder, warum unsere Arbeit so erläuterungsbedürftig ist und die meisten unserer Kunden schon mindestens eine schlechte Erfahrung mit einem SEO-Dienstleister gemacht haben.
Damit die Wahl eines SEO-Dienstleisters für Sie nicht in einem bösen Erwachen endet, habe ich ein paar der irreführenden Äußerungen und Tipps zur erfolgreichen Auswahl eines Partners zusammengestellt.

„Die Konkurrenz bietet SEO an – wir jetzt auch!“

Suchmaschinenoptimierung ist offenbar keine anspruchsvolle Disziplin, schaut man sich an, wie viele Werbeagenturen, deren Kerngeschäft eigentlich Print und klassische Offlinewerbung sind, diese auf Ihrer Website anbieten. Auch sind Referenzen, mit ansprechenden Websites kein Garant dafür, dass jemand auch im Bereich SEO Kompetenzen hat. Ein sehr ehrlicher Webentwickler, wird dies auf Nachfrage, „ob er denn auch SEO kann“, zugeben und hat unter Umständen sogar einen Kooperationspartner, an den er Sie verweisen wird.

Learning I: „Nicht jeder, der Webdesign und –entwicklung anbietet, kann auch SEO!“

So musste ich mit Schrecken und sich anbahnender Übelkeit etwa diesen Text zu Suchmaschinenoptimierung lesen:

SEO-Grusel
Cool, ich muss nur „Hinweise“ überall verstreuen und „in bestimmten Rankings“ weit vorne auftauchen? Womöglich auch Presseportale …  Super, damit fang‘ ich heute noch an! Interessant finde ich auch, dass AdWords im gleichen Kontext genannt wird. Dass ich als (unwissender) Interessent, selbst dafür sorgen muss, dass ich „diese Art Werbung“ – jetzt sind wir auf einmal schon bei „Werbung“, geht es doch eigentlich um die organische Suche – „für mich nutzen kann“, erleichtert mir die Entscheidung natürlich enorm! Das Zerpflücken, des restlichen Textes erspare ich mir an dieser Stelle….

Learning II: „Wer SEO und AdWords kommentarlos in einen Topf schmeißt, scheint sein Metier nicht wirklich verstanden zu haben!“

SEO und SEA sind zwei unterschiedliche Disziplinen. Wir haben schon darüber geschrieben, wie man diese miteinander in Einklang bringt.

Obsolete Analyse-Kriterien und Pauschalaussagen

Interessant fand ich auch einen Dienstleister, der sich selbst als „Internetagentur“ betitelt und auf seiner Seite prominent einen „Page Rank Checker“ bewirbt. Ja richtig. Einen Page Rank Checker. Im Jahre 2016.
Wer so etwas anbietet ohne darauf hinzuweisen, dass der PageRank seit Ende 2013 nicht mehr öffentlich aktualisiert wird, scheint sich nicht wirklich für Neuigkeiten in der Szene zu interessieren. Eine bewusste Täuschung von Interessenten und Kunden unterstelle ich an dieser Stelle niemandem.

Learning III: „Ein engagierter Dienstleister weiß um wichtige Entwicklungen der Branche und berichtet im Zweifelsfall selbstständig darüber!“

Ein paar gruselige Aussagen habe ich noch in petto:

„Es gibt zwei Möglichkeiten Einfluss auf das Ranking zu nehmen: SEO und Zukauf von hohen Plätzen bei der Suchmaschine selbst“ – wer den Artikel bis hier her aufmerksam gelesen hat, weiß hoffentlich, wo der Fehler liegt und was ihm mit solch einem Dienstleister in Sachen SEO blüht.

„Je mehr Seiten eine Website besitzt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, gefunden zu werden“ – echt, so einfach? Super, ich erstelle mir in der kommenden Woche mal eine Website mit 1.000 Seiten, auf denen je ein Satz steht. In Schriftgröße 46, dann rankt die Seite bestimmt noch besser!

„Je mehr Backlinks auf die eigene Website zeigen, desto besser das Ranking“ – gut, dass es Presseportale gibt. Da finde ich bestimmt die passenden 1.000 Links für meine 1.000-Seiten-Website…

Learning IV:Pauschalaussagen über die Güte bestimmter Methoden lassen sich nicht tätigen – fragen Sie doch mal jemanden, der eine Google Penalty wegen schlechter zugekaufter Links hinter sich hat“

Das Für und Wider von Google Adwords?

„Vorteile von AdWords sind ein direktes hohes Ranking und ein schnelles Bekanntwerden der Homepage“ – Punkt 1: „Homepage“ ist das englische Wort für die Startseite – das nervt mich schon immer – sagt doch einfach „Website“ oder „Internetseite“. Punkt 2: „Rankings“ assoziiert man mit organischer Suche, hier sind bezahlte Anzeigenplätze gemeint. Punkt 3: Bekanntheit?! Ihr meint Online-PR, das hat mit AdWords so ungefähr gar nichts zu tun.

Ach, nicht zu vergessen: Die Nachteile.
„Nachteile von AdWords sind langfristig hohe Kosten, Rankingverlust nach Beendigung der Werbekampagne und fehlende Nachhaltigkeit“ – da fehlen mir fast die Worte. Natürlich verursacht Werbung Kosten (SEO interessanterweise auch…), aber wenn diese richtig platziert ist, sorgt sie auch für Umsatz! Da scheint jemand grundlegende Prinzipien von Marketing nicht verstanden zu haben. Den „Rankingverlust“ lass‘ ich einfach unkommentiert stehen…. „Fehlende Nachhaltigkeit“? Ich frag mal bei unseren Kunden, die Monat für Monat neue und wiederkehrende Kunden über AdWords generieren, was sie von so einer Aussage halten…

Learning V: „Es gibt keine Vor- und Nachteile von Google AdWords, es gibt lediglich richtige und falsche Einsatzgebiete

Freelancer, One-Man-Shows und die Agenturenflut

Wer auf der Suche nach einem Dienstleister für Webentwicklung, SEO, SEA oder etwas Verwandtem ist, sollte sich die Learnings aus unserem Artikel zu Herzen nehmen und den möglichen Partner dahingehend überprüfen oder sogar damit konfrontieren.

Auch kann man sich durchaus die Frage stellen, ob man sich für einen Freelancer oder eine Agentur entscheidet. Der Freelancer bietet meist einen günstigeren Preise – für jemanden, der sein Geschäft primär offline abwickelt, mit Zeitverzug bei der Umsetzung oder der der Behebung von Mängeln leben kann oder nur eine „erweiterte Visitenkarte“ benötigt, muss dies keine schlechte Option sein.

Wer jedoch auf seine Website angewiesen ist und mit Hilfe dieser einen signifikanten Anteil seiner Umsätze generiert, sollte sich fragen, ob eine Agentur nicht die bessere Wahl ist. Dort hat man meist mehrere Experten als Ansprechpartner für unterschiedliche Belange. Ist die Agentur außerdem als Personen- oder Kapitalgesellschaft organisiert, hat man zusätzlich eine gewisse Rechtssicherheit.

Aber Vorsicht: Manch eine Firma, die sich als „Agentur“ betitelt, ist in Wahrheit nur eine One-Man-Show. Ein Blick ins Impressum und eine Personensuche kann helfen, solche Fälle zu identifizieren.

Neben gesundem Menschenverstand und dem ausführlichen Studieren der Website des Dienstleisters, können auch Verzeichnisse helfen. So hilft etwa die SEO TOP 100 Liste von iBusiness, oder diese Übersicht von Onlinemarketing.de. Geht es um eine Google AdWords-Betreuung kann es von Vorteil sein, eine Google Partner Agentur zu wählen.

 

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