Einige Texte, etliche Bilder und ganz viele Videos

In der Online-PR erhält das Medium Video eine zunehmende Bedeutung. Selbst in kleinsten Nischen können mit einfach gehaltenen Videos große Erfolge erzielt werden. Seit über zwanzig Jahren berät die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE Unternehmen und Akteure der Kreativwirtschaft in allen Gebieten des Medienrechts, des Wirtschaftsrechts, inklusive E-Commerce und Schutz des geistigen Eigentums, und des IT-Rechts. Christian Solmecke hat sich als Rechtsanwalt und Partner der Kölner Medienrechtskanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE auf die Beratung der Internet und IT-Branche spezialisiert. So hat er in den vergangenen Jahren den Bereich Internetrecht/E-Commerce der Kanzlei stetig ausgebaut und betreut zahlreiche Medienschaffende, Web 2.0 Plattformen und App-Entwickler. PR im Web hatte die Gelegenheit zu einem Interview mit Praxisbezug.

Christian_SolmeckeFoto: Rechtsanwalt Christian Solmecke, WILDE BEUGER SOLMECKE

PR im Web: Herr Solmecke, Rechtsanwaltskanzleien u.a. mit dem Fokus Medienrecht gibt es in Deutschland sicher etliche. Dennoch gelten Sie (und damit Ihre gesamte Kanzlei) in der „Web Szene“ dank Ihrer zahlreichen YouTube Videos seit spätestens Anfang 2011 (Start: August 2010) als absolute „Marke“. Hatten Sie das im weitesten Sinne geplant oder passierte dies eher „per Zufall“?

RA Christian Solmecke: Schon sehr früh wusste ich, dass Anwaltskanzleien im Internet unterrepräsentiert waren. Daher haben wir zunächst mit einem einfachen Kanzlei Blog begonnen. Die Vielzahl der monatlichen Besucher dort hat mich dazu animiert, unsere Inhalte auch in den sozialen Netzen zu verbreiten. Aufgrund meiner Affinität zu den Medien war es dann nur konsequent, auch YouTube zu testen. Offenbar scheuen immer noch viele Anwälte den Aufwand solche YouTube Videos zu erstellen. Daher haben wir dort ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Ich merke allerdings, dass viele junge Anwälte mittlerweile nachrücken und wir uns laufend etwas Neues einfallen lassen müssen.

Das erste Video auf dem Youtube Kanal der Kanzlei vom 10. August 2010:

PR im Web: Sie beweisen mit Ihren Videos, dass die Akzeptanz dieser „Ratgebervideos“ kein Studio o.ä. benötigt. Wie sieht Ihr Setup aus?

RA Christian Solmecke: Unsere Videos drehen wir entweder an meinem Schreibtisch oder vor der Bücherwand in unserer Bibliothek. Wir haben auch versucht, Videos vor einem sogenannten Green Screen zu produzieren. Es bestand die Hoffnung, dass die wechselnden Hintergründe die kurzen Filme attraktiver machen würden. Genau das Gegenteil war der Fall. Die Zuschauer wollten mich in der gewohnten Arbeitsatmosphäre sehen. Somit sind wir wieder dazu übergegangen am Schreibtisch zu drehen.

PR im Web: Mittlerweile erstellen Sie solche Videos fast täglich. Wieviel Zeit benötigen Sie für die Vorbereitung, die Aufzeichnung, ggf. den Schnitt, das Preview-Image, den Titel-Text und für den Upload pro Video? Haben Sie hierfür Mitarbeiter, sei es zur Vorbereitung und/oder Technik? Wenn ja, auch zu Beginn im August 2010?

RA Christian Solmecke: Tatsächlich sind wir mittlerweile täglich mit einem Video online. Ich selbst habe die Dreharbeiten so optimiert, dass ich nur noch alle zehn Tage vor die Kamera muss. Dann wende ich allerdings mindestens einen halben Arbeitstag für die Dreharbeiten auf. Natürlich habe ich auch etliche Zuarbeiter, die die Themen für mich recherchieren, die Dreharbeiten durchführen und später die Videos hochladen. Im August 2010 sah das noch anders aus. Seinerzeit habe ich alles selbst gemacht. Das war sehr zeitaufwändig, dafür allerdings auch zunächst kostengünstiger. Heutzutage wäre das für mich nicht mehr machbar.

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PR im Web: Ihre Videos behandelten zu Beginn sehr stark die Themen Medienrecht und Filesharing. Heute ist Ihre Bandbreite wesentlich breiter gefasst und dennoch steigen die Abozahlen und Views pro Video. Nehmen Sie Ihre Abonennten mit oder gewinnen Sie eher neue Zuschauerkreise? Denn über all Ihre Themen hinweg können Sie ja kaum eine „Fanbasis“ à la der typischen YouTuber mit monolithischen Ansätzen aufbauen, oder?

RA Christian Solmecke: Alle unsere Fans interessieren sich zunächst einmal generell für das Thema Internetrecht. Insofern ist die Fan Basis schon ziemlich homogen und auch treu. Wir versuchen diese natürlich auch aktiv für eine Teilnahme an den Diskussionen unter den Videos zu gewinnen. Und tatsächlich werden die Rechtsfälle in der Regel heiß diskutiert. Ein Klassiker ist die Beantwortung der Nutzerfragen immer sonntags. Das wird von den Zuschauern genutzt und gelobt.

PR im Web: Auch abseits der YouTube Videos hat Ihre Kanzlei stark an Sichtbarkeit im Web gewonnen. Können Sie eine Aussage treffen in wieweit Ihre Video-Aktivitäten dies beflügelt hat?
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RA Christian Solmecke: Sämtliche Aktivitäten beflügeln sich gegenseitig. Wenn die Sichtbarkeit im Internet steigt, werden auch die Videos besser wahrgenommen. Hier gilt wahrscheinlich wirklich der Grundsatz: viel bringt viel.

PR im Web: Trotz Ihrer Bekanntheit über YouTube (Unzählige Videos, mehr als 50.000 Abos), dann Ihre Website (Sichtbarkeit siehe oben) und später Facebook (mehr als 18.000 „Fans“) machen Sie dennoch AdWords-Werbung. Ist das nötig und rechnet sich das ganz konkret?

RA Christian Solmecke: Bei Google Adwords kann man viel gezielter Werbung schalten, als dies bei Facebook der Fall ist. Mit den unterschiedlichen Werbeformen können auch unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden. Wichtig ist, dass man vor der Schaltung von Werbung zunächst immer überprüft, ob der Erfolg einer Kampagne später auch messbar ist. Ohne dieses Set-up beginnen wir erst gar nicht mit der Werbeschaltung.

Ein Video auf dem Youtube Kanal der Kanzlei vom 2. Juni 2015:

PR im Web: Mussten Sie bereits einmal ein Video löschen und wenn ja, warum?

RA Christian Solmecke: Wir mussten bislang 3-4 Videos wieder löschen. Hier ging es meist um Kleinigkeiten, die möglicherweise nicht korrekt waren. Mitbewerber oder Betroffene hatten uns um die Löschung gebeten. In der Regel sind die Videos allerdings so gut recherchiert, dass sie auch dauerhaft online bleiben können.

PR im Web: Dank Ihrer Online-Präsenz lädt man Sie seit Jahren verstärkt auf Fachkonferenzen ein. Betreiben Sie darüber hinaus weitere Online-PR oder Onlinemarketing–Maßnahmen?

RA Christian Solmecke: Neben der klassischen Werbeschaltung besteht ein Großteil meiner Tätigkeit darin, diversen Medien bei Rechtsfragen Rede und Antwort zu stehen. Ich selbst war früher Nachrichtensprecher beim Westdeutschen Rundfunk und habe vielleicht daher ein Gespür dafür, was die Medien hören wollen. Die Gesamtschau der Maßnahmen führte dann zu einer entsprechend hohen Wahrnehmung.

PR im Web: Herr Solmecke, wir danken Ihnen für dieses Interview.

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